Flexible Grundschule

Seit dem Schuljahr 2016/17 haben wir nicht nur die Möglichkeit, gebundene Ganztagsklassen anzubieten, wir sind zudem auch eine "Flexible Grundschule".

Um dabei gleich ein großes Missverständnis zu beseitigen: Die flexible Eingangsstufe der flexiblen Grundschule ist keine Klasse, in der angeblich "schwierige" Kinder zusammengefasst werden. Sie ist vielmehr die optimale Lösung für Kinder, die in ihrer Entwicklung schon weit vorangeschritten sind und denen daher ein zusätzliches Angebot gut tut - und auch für Eltern, denen die Möglichkeit der Ausdehnung auf drei Jahre eine zusätzliche Beruhigung darstellt.

 

Jahrgangskombinierte Klassen mit flexibler Eingangsstufe

Wir haben das Glück, dass wir unseren Kindern eine gute Unterrichts- und Betreuungssituation an unserer Schule bieten können. Das war möglich, weil wir immer auf verbesserte Bedingungen für unsere Kinder hingearbeitet haben. Daher haben wir uns im Schuljahr 2015/16 für die Zertifizierung als Flexible Grundschule beworben und unsere Bewerbung wurde angenommen.

Zum einen möchten wir damit der enormen Bedeutung der frühen Förderung eines Kindes für seine Bildungsbiographie Rechnung tragen, zum anderen möchten wir der herausfordernden Aufgabe des Umgangs mit Heterogenität in jeder Grundschulklasse endlich befriedigend begegnen und sie als Chance für mehr Unterrichtsqualität nutzen.

Das Konzept der Flexiblen Grundschule bietet ein wesentlich passgenaueres Lernangebot für die Eingangsstufe, so dass wir damit der individuellen Lernentwicklung eines jeden Kindes viel besser gerecht werden können.

Die Vorteile, insbesondere hinsichtlich der sozial-emotionalen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler im jahrgangsgemischten Unterricht und der mindestens gleichwertige Lernzuwachs mit verstärktem Anteil kooperativer Lernmethoden, hatten uns überzeugt:

 

Flexibel waren wir immer, jetzt sind wir auch eine Flexible Grundschule!

Nun stellt sich natürlich die Frage:
Wie geht es dann in den Jahrgangsstufen drei und vier weiter?

Auch hier haben wir ein Konzept und wollen flexibel sein. Das bedeutet, dass wir – wenn der Elternwille dazu vorhanden ist – eine Fortsetzung der jahrgangskombinierten Unterrichtsform beantragen werden.
Wichtig aber ist, dass wir keine dieser Formen aufdrängen wollen. Es geht uns darum, dass Sie als Eltern ein möglichst reichhaltiges und auf Ihr Kind zugeschnittenes Unterrichtsangebot haben, das wir kompetent und mit vollem Einsatz gestalten.

 

Wie muss ich mir eine jahrgangskombinierte Klasse vorstellen?

Das wollen wir Ihnen am Beispiel unserer Klasse 1-2 des Schuljahres 2019/20 erläutern: Hier werden 8 Erstklasskinder und 13 Zweitklasskinder gemeinsam von Frau Sarah Kitzelmann und Frau Andrea Tschunt, unterrichtet. Dieser gemeinsame Unterricht beinhaltet natürlich immer eine Differenzierung der Unterrichts. Zusätzlich bekommt diese Klasse Lehrerstunden, um dann die beiden Jahrgangsstufen effektiv unterrichten zu können. Somit kann also überall dort, wo das möglich ist, gemeinsam gearbeitet und dort, wo die Lehrplaninhalte sehr unterschiedlich sind (z.B. in Mathematik) auch einmal getrennt in Kleingruppen unterrichtet werden.

Diese Klasse hat, neben den Vorteilen einer gemischten Zusammensetzung (denken Sie an die Vorteile, die Geschwisterkinder haben, da sie voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen) und der Unterrichtung in Kleingruppen noch zwei entscheidende Vorteile gegenüber den regulären Klassen:

  • diesen Klassen können wir eine durchgehende, erweiterte Förderung für Kinder garantieren, für die sich Eltern ein erweitertes Angebot wünschen. Somit kann in diesen Klassen also auch besonders auf leistungsstarke Kinder eingegangen werden.
  • Die Kinder in einer derartigen Klasse können die Inhalte der ersten beiden Schuljahr in ein, zwei oder drei Jahren erarbeiten, ohne dass eine eventuelle Verlängerung auf die grundsätzliche Schullaufbahn angerechnet wird.

Ein Kind kann also, aber nur in diesem Klassenmodell, eine verlängerte Grundschulzeit durchlaufen, wobei es dann hier bei seiner Lehrkraft bleibt, mit der Hälfte der anderen Kinder zusammenbleibt, aber nicht wiederholt, weil auch diese drei Jahre als reguläre Schulzeit gewertet werden.

Eine jahrgangsgemischte Klasse mit flexibler Eingangsstufe ist keine Sonderklasse, in der z.B. nur Kinder mit einer absehbaren Lernbeeinträchtigung zusammengefasst werden. Unser Modell stellt eine besondere Klasse dar, in der in fachbezogener und sozialer Hinsicht ein erweitertes Angebot für alle Kinder gegeben ist. Das zeigt sich auch darin, dass Kinder in derartigen Klassen oft schneller, selbstständiger und nachhaltiger die vom Lehrplan her vorgegebenen Kompetenzen erreichen.

Natürlich werden jahrgangsgemischte Klassen immer wieder mit Regelklassen verglichen - und dabei schneiden die jahrgangsgemischten Klassen von Anfang an gut ab. So sehen die Forschungsergebnisse vor allem in folgenden Bereichen Vorteile bei den jahrgangsgemischten Klassen:

  • Lernmotivation
  • Selbstkonzept (=Arbeitsweise)
  • soziale Interaktion (Freundschaften)
  • Einstellung zur Schule

Mit diesem Konzept werden zentrale Inhalte der Montesoripädagogik umgesetzt. Zudem setzen wir damit das so wichtige Prinzip der Jahrgangsmischung aus dem Kindergarten fort, das dann auch in der Ausbildung und an Universitäten besteht. Jahrgangsgemischte Klassen bieten also optimale Voraussetzungen für eigengestaltetes Lernen.

Somit zeigen wir also, laut Aussage des Kultusministeriums

...die Bereitschaft zur Veränderung der Schul- und Unterrichtskultur mit dem Ziel einer bestmöglichen individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler...sowie die Bereitschaft, die Heterogenotät der Kinder für eine nachhaltige Verbesserung der Unterrichtskultur aktiv zu nutzen...