Förderung

Förderung ist die zentrale Aufgabe der Schule. Förderung umfasst dabei, neben den fachlichen Inhalten der einzelnen Fächer, natürlich auch den sozial-emotionalen Bereich – somit steht also das Kind und nicht der Lernstoff im Mittelpunkt der unterrichtlichen und erzieherischen Arbeit. Wenn hier nicht von „Kindern“, sondern vom „Kind“ gesprochen wird, dann wollen wir damit ausdrücken, dass Kinder unterschiedlich sind – sie haben unterschiedliche Interessen, stellen sich auf neue Lerninhalte unterschiedlich ein, haben eine unterschiedliche Aufmerksamkeitsspanne und gehen unterschiedlich mit echten oder vermeintlichen Schwierigkeiten im Miteinander um. Das bedeutet dann auch, dass das Unterrichtsangebot diesen Unterschieden gerecht werden muss. Also müssen die Förderung und die Anforderungen ebenfalls unterschiedlich sein und sich am jeweiligen Kind ausrichten. Die Förderung erstreckt sich daher im stofflichen Bereich auf die Unterstützung bei Lernproblemen und auf ein weitergehendes Angebot bei schon sicher erfassten Inhalten erstrecken. Lernen wird schwierig, wenn es überfordert und Lernen wird langweilig, wenn es unterfordert.

Lernen sollte immer eine kleine Anstrengung beinhalten, wobei die lernende Person aber, bei entsprechendem Einsatz, Erfolg hat (nichts ist erfolgreicher als der Erfolg). Dabei müssen wir uns aber auch immer bewusst sein, das der Unterricht keine Veranstaltung sein kann, die jedes Kind zu jeder Zeit fesselt. Auch Kinder müssen mit kurzen Phasen zurecht kommen, in denen ihnen der Unterricht langweilig erscheint, denn es gehört zur Entwicklung unbedingt dazu, in derartigen Phasen auf andere Rücksicht nehmen zu können. Der Lernerfolg eines Kindes hängt aber nicht nur von der Art und dem Umfang der Fördermaßnahmen durch die Schule ab. Der Lernerfolg hängt auch vom eigenen Einsatz, der eigenen Arbeitsweise und dem Annehmen der schulischen Fördermaßnahmen ab.

So sehen Förderung und Anforderungen in diesem Schuljahr konkret aus

Dem Förderansatz an unserer Schule liegt ein Konzept zugrunde, das sich bewährt hat und durch die Evaluation bekräftigt wurde.  An erster Stelle steht dabei das Prinzip der Flexiblen Grundschule mit seinen erweiterten Möglichkeiten in jahrgangsgemischten Klassen. Natürlich wird in jeder Klasse individuell und fachlich bezogen gefördert und heuer haben wir dazu noch einen weiteren Ansatz. Hierbei geht es nicht darum, für die jeweilige "Schwäche" nochmals eine Unterrichtsstunde anzusetzen, sondern wir zielen damit auf die Stärkung der Gesamtpersönlichkeit, also auf die Festigung des Selbstbewusstseins ab. Über neue Betrachtungsweisen und den Stolz auf eigenes Können in anderen Bereichen wollen wir somit die allgemeine Lernfreude und Lernfähigkeit wieder individuell stärken. Dazu haben wir u.a. Folgendes eingerichtet:

  • Musikalisch fördern wir über die Arbeitsgemeinschaften Bläser, Chor, Schulspiel, eine Chor-Kooperation zwischen dem Kindergarten und unseren ersten Klassen sowie durch die Klassenbeiträge bei den verschiedenen Schulveranstaltungen. Dass der Schulchor, das Kooperationsprojekt und die Theater-AG auch heuer wieder zustande kamen, verdanken wir der großartigen Unterstützung durch die Fritz und Brunhilde Englisch Stiftung.
  • Sportlich fördern wir zusätzlich zum Sportunterricht durch die enge Zusammenarbeit mit dem Sportverein und durch die unterschiedlichen Aktionstage. Eine Besonderheit sind dabei auch die Langlaufkurse mit unserer schuleigenen Aussattung und der Schwimmunterricht.
  • Für die sprachliche Förderung unserer Flüchtlingskinder haben wir auch heuer wieder spezielle Stunden zusätzlich bekommen; diese Maßnahme hat sich als sehr erfolgreich erwiesen!
  • Festlegung des Förderkonzepts im Schuljahr 2019/20
    Die dafür vorgesehenen vier Stunden werden so eingesetzt:
    * Jahrgangsstufe 1: (vorrangig 1b) Es wird am Jahresanfang aus dem Unterricht heraus durch die Klassenleitungen und eine weitere Lehrkraft differenziert. Ab dem zweiten Halbjahr ist entweder eine leistungsgebundene Differenzierung oder eine Differenzierung unter gruppendynamischen Gesichtspunkten geplant.
    * Jahrgangsstufe 2: Auch hier wird in der ersten Jahreshälfte durch die beiden Klassenleitungen und eine weitere Lehrkraft differenziert. Ab dem Halbjahr sollen die schon etwas leistungsstärkeren Kinder der beiden Klassen z.B. über „gute Aufgaben“ stärker gefördert werden.
    * Jahrgangsstufe 3: Diese Förderstunde orientiert sich fächerübergreifend an grundlegenden Unterrichtszielen. Hier entwickeln dazu drei Lehrkräfte den Unterrichtsinhalt „Schafkopf spielen“. Dabei geht es dann um Lerninhalte aus dem Mathematik- und Deutschunterricht, wobei dann auch soziale Kompetenzen eine große Rolle spielen.
    * Jahrgangsstufe 4: Hier findet die Förderung im differenzierten Klassenverband durch den vermehrten Einsatz unserer digitalen Medien statt.

    Neben diesen jahrgangsbezogenen Förderschienen bestehen weitere Angebote, die  neben dem musischen Inhalt sehr stark auf die Stärkung des Selbstbewusstseins und damit auf die Weiterentwicklung der Einzelpersönlichkeit ausgerichtet sind:
    * AG Schulchor für die Jahrgangsstufen 2-4
    * AG Schulspiel für die Jahrgangsstufen 3-4
    * AG Bläser für die Jahrgangsstufe 3
    * AG Flöte für die Jahrgangsstufe 2
    * Kooperationsprojekt Musik zwischen dem Kindergarten und der Jahrgangsstufe 1

    Ein weiterer Förderschwerpunkt liegt im Bereich Naturerfahrung und Umweltschutz. Dieser Ansatz wird heuer mit der jahrgangskombinierten Klasse und der Klasse 1a beginnen. Dieses Vorhaben bindet jeweils die ganze Klasse im regulären Unterrichtsalltag ein.

Natürlich wird in jeder Klasse immer dann differenzierend gearbeitet, wenn das möglich und nötig ist. Dabei werden dann auch die Elemente aus unserer „Sinus-Arbeit“ umgesetzt. Dazu haben wir eine reichhaltige Ausstattung an entsprechendem Anschauungs- und Übungsmaterial zur Verfügung, wie z.B. unser Geo-Zimmer. Ebenfalls ein großes Plus im Hinblick auf einen nachhaltigen und individuell fördernden Unterricht stellen unsere digitalen Klassenzimmer dar.

Die gegebene Situation – und unsere Bemühungen um die uns anvertrauten Kinder – macht uns dann immer wieder bewusst, dass eine gezielte, sinnvolle und nachhaltige Förderung aber immer aus der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule erwachsen muss. Nur wenn hier ein Konsens besteht, dann kann bei Unterforderung, Überforderung, Lernproblemen oder Schwierigkeiten im Umgang mit anderen so geholfen werden, dass eine deutliche Verbesserung für die Situation des Kindes eintritt.